Abschlusskonzert der Forschungsstelle „Südwestdeutsche Hofmusik"

 

Mozartsaal im Schloss Schwetzingen

Die Forschungsstelle "Geschichte der Mannheimer Hofkapelle" und ihr Nachfolgeprojekt "Südwestdeutsche Hofmusik" haben sich in den vergangenen drei Jahrzehnten wissenschaftlich mit der Geschichte der Hofkapellen in der Region im 18. Jahrhundert beschäftigt. Zum Abschluss des Projektes sollte ein Konzert noch einmal die ganze Fülle der musikalischen Meisterschaft, die sich an den südwestdeutschen Höfen entfaltete, darlegen. Mithilfe des Fördervereins konnte die musikalische Veranstaltung im Sommer 2021 umgesetzt werden.

Es wurden Kompositionen aus Mannheim, Stuttgart, Karlsruhe, Rastatt und Zweibrücken vorgetragen und aufgezeigt, wie diese Musik in ganz Europa aufgenommen und weiterentwickelt wurde.

Das „Paradies der Tonkünstler“ lag in Mannheim – davon war nicht nur der Philosoph Friedrich Heinrich Jacobi überzeugt, der diesen Slogan 1777 erfand, sondern auch all die Musikliebhaber, die auf ihren Reisen in der Kurpfalz Station machten. Doch Mannheim und Schwetzingen, die Residenz und die Sommerresidenz des kurfürstlichen Paares Karl Theodor und Elisabeth Auguste, waren nicht die einzigen Höfe im Südwesten Deutschlands, an denen die Musikpflege Ausdruck einer großen Wertschätzung für diese flüchtigste aller Künste war, aber auch der Repräsentation, der Konkurrenz mit den anderen, benachbarten Höfen, dem Wettbewerb um eine politisch einflussreiche Stellung diente. Mit dem kurpfälzischen Hof in Mannheim, dem württembergischen in Stuttgart, dem badischen in Karlsruhe und verschiedenen kleineren Höfen in Rastatt, Donaueschingen, Zweibrücken oder Kirchheimbolanden bot der Südwesten eine Dichte an musikalisch bedeutenden Zentren, wie sie nur in wenigen anderen Regionen im Reich zu finden war. Und er war ein Labor für die musikalische Zukunft: Die großen Reformen der Oper und des Balletts, die epochalen Innovationen in der Instrumentalmusik fanden in Mannheim und Stuttgart statt. Kein Geringerer als Wolfgang Amadé Mozart wurde von der Instrumentalmusik der Mannheimer Hofkapelle tief beeinflusst. 

Das von einem hochkarätig besetzten Ensemble gespielte Programm mit Werken von Johann Caspar Fischer, Gottfried Finger, Johann Melchior Molter, Matthias Cannabich, Florian Deller, Ernst Eichner, Ignaz Holzbauer, Carl Stamitz und Franz Danzi wurde von Yevgine Dilanyan und Silke Leopold moderiert.

Programm